Gesund leben 01 / 2015

Die Themen 

  • Nutrigenetik – Wie Gene unsere Ernährung steuern
  • Antioxidantienstatus messen
  • Passionsblume – gut wirksame Einschlafhilfe und Angstlöser
  • Kunst „Nein“ zu sagen!

Nutrigenetik – Wie Gene unsere Ernährung steuern

Die menschliche DNA speichert unsere genetische Information und besteht aus verschiedenen Abschnitten. Viele DNA-Abschnitte besitzen die Information um Proteine zu bauen. Diese DNA-Abschnitte werden als Gene bezeichnet. Zur Übersetzung der Gene in Proteine wird zunächst der Code der Gene abgelesen und in Boten-RNA (mRNA) übersetzt. Dieser Vorgang wird als Transkription bezeichnet und findet im Zellkern statt. Im nächsten Schritt folgt die Translation – hier entsteht aus der mRNA im Zellplasma ein Protein. Neben den Genen können schätzungsweise 96 % der DNA nicht in Proteine übersetzt werden. Trotzdem haben sie wichtige Funktionen, zum Beispiel das An- und Abschalten oder Verstärken der Gene. Als Starter (Promotoren) oder Verstärker (Enhancer) der Transkription regulieren sie die Häufigkeit, mit der ein Gen abgelesen wird und kontrollieren die Menge des daraus resultierenden Proteins. Somit kann auf Transkriptionsebene die Expression der Gene gesteuert werden. Promotoren und Enhancer reagieren auf äußere Einflüsse. So ist es dem Körper schnell möglich, auf verschiedene Stoffwechsellagen wie Hunger oder Nahrungsangebot zu reagieren. Manche Merkmale werden von nur einem Gen gesteuert (Monogenie), andere von mehreren „Genen“ (Polygenie).

Die Phenolketonurie (PKU) ist ein Beispiel für Monogenie, da hier nur eine Veränderung des Phenylalaninhydrolase-Gens das Merkmal PKU auslöst.

Die Laktoseintoleranz ist hingegen ein Beispiel für Polygenie. Hier steuert der Laktase-Genabschnitt zum einen selbst die Produktion des laktosespaltenden Enzyms Laktase. Zum anderen müssen eine Enhancer-Region für den Laktase- Genabschnitt und ein Regulatorprotein aktiv werden, das an die Enhancer-Region bindet. Neben der Laktoseintoleranz ist auch das Risiko an Adipositas zu erkranken von mehreren Genen abhängig. Neben den genannten Beispielen gibt es unzählige weitere komplexe Zusammenhänge zwischen Ernährung und Genetik. Es sind viele spannende Ergebnisse zu erwarten.

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Antioxidantienstatus messen

Wie misst man den Antioxidantienstatus über die Haut?

Die Haut ist lichtdurchlässig und die dort eingelagerten Antioxidanitien wie Carotinoide, Lycopine reflektieren das eingestrahlte Licht des neuartigen Messgerätes. Mit Hilfe spezifischer Algorithmen wird die Konzentration der Antioxidantien in der Haut des Handballens bestimmt und das antioxidative Niveau auf einer Messskala von 1-10 angezeigt. Es ist ein rein optisches Messverfahren, das jeder nutzen kann.

Was sagen die angezeigten Werte aus? Wie aussagekräftig sind diese?

Der angezeigte Wert auf der Skala von 1 - 10 zeigt das aktuelle Niveau der in der Haut eingelagerten Antioxidantien an. Diese gelten als sog. Biomarker, die repräsentativ für den aktuellen Antioxidantienstatus im Körper bzw. Blut sind. Ein einzelner Wert kann nur einen momentanen Stand anzeigen, deshalb wird das Gerät als Biofeedbacksystem genutzt: durch mehrmaliges / regelmäßiges Messen erhält man ein "Biofeedback" des Antioxidantien-Niveaus (im Prinzip: wie gut ist das Immunsystem geschützt). Jede weitere Messung ist ein Spiegelbild der Veränderungen des Ernährungs- und Lebensstils.

Bei jeder neuen Messung lernst du einzuschätzen, welche Faktoren dich besonders stressen (wenn das Niveau sinkt) bzw. welche Veränderungen (Ernährung, Bewegung, Entstressung) besonders positiv sind. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Die Messung fördert die eigene Motivation seinen Ernährungs- und Lebensstil positiv zu ändern.

Ist die Messmethode mit dem biozoom-Gerät wissenschaftlich bestätigt?

Ja. Prof. Dr. Lademann, Leiter der Abteilung für Hautphysiologie an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Universitätsmedizin Berlin, hat die Messergebnisse des biozoom-Gerätes mit dem an der Charité verwendeten RAMAN-Gerät verglichen und bestätigt.

Was versteckt sich hinter dem Begriff "TRIÄT"?

Die TRIÄT ist eine Konzept, das der Bestseller-Vegan-Kochbuch-Autor und Physiker Attila Hildmann in seinem Buch VEGAN FOR YOUTH entwickelt und bereits erfolgreich mit einer Studiengruppe durchgeführt hat. Erfahrungsberichte und Ergebnisse liegen dem Buch bei. Die 3 Grundprinzipien sind: Gesunde Ernährung mit Superfoods, körperliche Bewegung und Reduktion von Stress.

Ziel ist es, Alterungserscheinungen vorzubeugen - klassisches Anti-Aging. Wer nicht nur vegane Rezepte ausprobieren möchte, stellt sich seine eigene persönliche TRIÄT zusammen. Das Konzept entspricht den modernen Gesundheitsempfehlungen, die durch die Salutogeneseforschung bestätigt sind.

Muss ich bei der Teilnahme an der TRIÄT ein strenges Programm mitmachen?

Nein. Sie haben alle Möglichkeiten offen: Jeder entscheidet, was und wieviel er/sie ändern möchte (Ernährung, Superfoods, Bewegung, Entspannung/Stressreduktion) Wer kann bei der TRIÄT mitmachen? Alle, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aktiv verbessern möchten.

Wo finde ich weitere Informationen zur TRIÄT-Aktion?

Diese finden Sie auf den Portalen:
www.triaet.de
www.reformhaus.de und
biozoom.net/de/

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Passionsblume – gut wirksame Einschlafhilfe und Angstlöser

Als „Schlaf-Anstupser“ ist die Passionsblume schon lange bekannt. Ihre Flavonoide wirken auf das zentrale Nervensystem beruhigend. Im Gegensatz zu vielen chemisch-synthetischen Tranquilizern bleibt die Konzentrationsfähigkeit tagsüber voll erhalten. Damit wird die Pssionsblume zu einer geeigneten Wahl auch in der Selbstmedikation bei Gefühlen wie Überforderung oder unklaren Ängsten z.B. vor Veränderungen oder in der Zeit der Wechseljahre. In mehreren Studien wurde Passionsblume erfolgreich sowohl gegen Plazebo als auch gegen milde Psychopharmaka getestet. Ihr gutes Abschneiden hat dazu beigetragen, dass es inzwischen zahlreiche Darreichungsformen gibt. Der Tee ist im Fall der Passionsblume sicherlich als die mildest wirksame Form anzusehen, denn die Flavonoide sind nicht sehr gut wasserlöslich. Dragees, Kapseln oder Tropfen enthalten unterschiedliche Extrakte. Als wirksame Dosierung werden 1000mg Passionsblumen-Trockenextrakt in der Tagesdosis angegeben. Das entspricht einem Auszug aus etwa 6g Passionsblumenkraut.

Passionsblume ist, wie alle frei verkäuflichen pflanzlichen Einschlafhilfen, frei von Nebenwirkungen. Es gibt weder einen Gewöhnungseffekt und die damit oft verbundene Dosiserhöhung noch eine Gefahr der Abhängigkeit, wie sie bei herkömmlichen apothekenpflichtigen Schlafmitteln oft befürchtet wird. Auch der berüchtigte „hang-over-Effekt“, das „Sich zerschlagen fühlen“ am nächsten Tag, bleibt bei Passionsblume, Baldrian und Co aus, denn sie greifen nicht in die natürliche Schlafarchitektur ein. Tiefschlaf- und REM-Phasen bleiben erhalten, so dass der volle Erholungseffekt der Nacht eintritt. Die sanftere Wirkung hat auch ihren Preis: Bis die volle Wirkung als Angstlöser und Einschlafhilfe eintritt, braucht es ca. 6-8 Tage regelmäßiger Einnahme. Diese kurze Anlaufphase lohnt sich. Mit Passionsblume fühlt man sich ausgeruht und nervlich gewappnet für die Herausforderungen des kommenden Tags.

Botanisches: Es gibt über 539 unterschiedliche Passionsblumenarten. Sie sind in einer eigenen Pflanzenfamilie, den Passifloraceae (Passionsblumengewächsen) zusammengefasst. Sie stammen überwiegend aus den Tropen und Subtropen. Neben dem Anbau zur Ernte der essbaren und sehr schmackhaften Passionsfrucht finden sich viele z.T. durch weltweite Züchtung entwickelte Arten als Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen. Passiflora incarnata, die einzige überwiegend arzneilich genutzte Art, ist eine der wenigen Arten aus Nordamerika.

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Kunst „Nein“ zu sagen!

Kennen Sie das? Jemand bittet Sie um etwas und ehe sie sich versehen (/ fast schon reflexartig) haben sie „ja“ gesagt. Dabei wäre „nein“ die bessere, hilfreichere oder vielleicht sogar ehrlichere Antwort gewesen. Im Nachhinein ärgern Sie sich und fragen sich vielleicht: „Warum fällt es mir so schwer, nein zu sagen?“

Hier einige Ursachen, warum es uns so schwer fällt, “Nein“ sagen:

  • Die Befürchtung nicht mehr gemocht zu werden
    Vielen Jasager werden von der Angst angetrieben dass sie nicht mehr gemocht werden könnten sollten sie mal „nein“ sagen. Allen gemocht zu werden ist ohnehin unerreichbar ist. Fragen Sie sich: „Wenn er/sie mich nur mag weil ich „ja“ sagen, wie wichtig ist mir dann dieser Kontakt?“
  • Die Angst als „egoistisch“ zu gelten
    Die wenigsten Menschen würden Egoismus als eine sympathische Eigenschaft bezeichnen. Lieber sagen sie „ja“ als als Egoist dargestellt zu werden. Dabei gibt es mehrere Stufen von Egoismus: Eine übertriebene Form und den so genannten „gesunden Egoismus“. Stellen Sie sich wieder mehr in den Mittelpunkt. Wenn Ihnen tatsächlich jemand Egoismus Vorwurf, fragen Sie sich, welchen Vorteil Ihr Gegenüber daraus zieht.
  • Der Wunsch gebraucht zu werden
    Das Gefühl, für Andere dazu sein, ihnen helfen zu können, von ihnen gebraucht zu werden tut vielen Menschen gut. Dieses Gefühl kann so attraktiv sein, dass Menschen dafür ausbrennen. Gemeinhin nennt man dieses Phänomen das „Helfer-Syndrom“ Sagen Sie „ja“ zu sich selbst, denn nur wer auf sich selbst achtet, kann mittelfristig anderen Menschen helfen.
  • Die Angst hinterfragt zu werden
    Einer der Gründe warum Menschen „ja“ sagen kann darin liegen, dass sie Angst davor haben, dass ein Nein hinterfragt werden könnte. Der Hintergrund dieser Angst kann in der Vorannahme liegen, die eigenen Bedürfnisse seien nicht so wichtig, wie die anderer Menschen.
  • Die Angst etwas zu verpassen
    In einer Gesellschaft, die immer mehr von einem Über-Angebot geprägt ist, wächst die Angst etwas zu verpassen oder zu versäumen. Das Resultat: Manche Menschen müssen immer überall dabei sein. Sei es in der Familie, im Beruf, oder in der Freizeit. Zu jedem Angebot wird “ja“ gesagt. Fragen Sie sich öfters: „Will ich das wirklich heute tun?“

„Nein“-sagen will gelernt sein: Je häufiger sie bewusst „nein“ sagen, desto deutlicher werden Ihnen Ihre eigenen Bedürfnisse klar. Starten Sie Ihr eigenes „Nein“-Übungs-Programm: Suchen Sie sich Situationen, in denen sie gezielt „nein“ sagen.

Außerdem: Die Fähigkeit sich durch ein „nein“ abzugrenzen, ist eine der zentralen Fähigkeiten der Prävention von Burn-Out und Depressionen.

Das Thema Abgrenzung und Selbstschutz ist Bestandteil der Ausbildung zum "Stressmanagement-Trainer/in". Start 11.02.2015 oder 07.10.2015