gesund leben 01 / 2017

Vegetarisch ist gut fürs Herz

Leben Vegetarier und Veganer gesünder? Diese Frage beschäftigt auch die Wissenschaft. In einer umfassenden Meta-Analyse kamen italienische Forscher zu dem Schluss: Eine Ernährung ohne Fleisch hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile, sie schützt allerdings nur vor ganz bestimmten Erkrankungen. Die Forscher werteten knapp 100 Studien zu dem Thema aus, die in den letzten 60 Jahren veröffentlicht wurden. Die Mehrzahl der Studien bestätigt, dass Vegetarier und Veganer signifikant bessere Gesundheitsparameter haben als Nicht-Vegetarier. Sie haben im Schnitt einen geringeren Body-Mass-Index sowie günstigere Nüchternglucosespiegel.

Für Vegetarier ermittelten die Forscher folgende Vorteile: Ihr Risiko, an einer Koronaren Herzkrankheit, also einer Verengung der Herzkranzgefäße, zu erkranken oder zu sterben, lag 25 Prozent unter dem der Mischköstler. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen allgemein sowie Schlaganfall ermittelten die Forscher keine Unterschiede ebenso wie für die Gesamtsterblichkeit. Das Risiko, an einem Tumor zu erkranken, lag für Vegetarier etwa 8 Prozent unter dem der Mischköstler. Bei der Krebs- Sterblichkeit zeigten sich wiederum keine Unterschiede, vermutlich weil die Therapie von Tumorerkrankungen mittlerweile recht erfolgreich ist. Auch bei einzelnen Krebsarten wie Brust- oder Dickdarmkrebs konnten die Forscher keine Unterschiede  zwischen Vegetariern, Veganern und Mischköstlern feststellen. Allerdings lagen dazu nur wenige Studien vor. Zur veganen Ernährung fanden die Forscher insgesamt nur wenige Untersuchungen. Sie ergaben einen 15 Prozent geringeren Schutz vor Krebserkrankungen allgemein, der allerdings wegen der geringen Studienanzahl mit Vorsicht zu interpretieren ist.

Die Zahl derer, die sich vegan ernähren, nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Wie eine Umstellung begleitet werden kann, wie eine optimale Nährstoffversorgung aussieht und wie vegan lecker und köstlich geht, erfahren Sie in der Ausbildung "Vegan Berater/in". Nächste Termine: 11.06. - 16.06.2017 oder 19.11. - 26.11.2017 

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Die Kraft der Körpersprache

Wir sprechen auch dann, wenn wir nichts sagen. Wir kommunizieren nicht nur über unsere Sprache, sondern auch mit unserem Körper. Durch Körperhaltung, Gestik und Mimik äußern wir Stimmungen und Gefühle. Körpersprache beeinflusst, wie wir vom Gegenüber wahrgenommen werden und wirkt auch auf uns selbst.

Sozialpsychologin Amy Cuddy wollte wissen, ob man mithilfe von bestimmten Körperhaltungen, die eigene Stimmung beeinflussen kann. Sie hat herausgefunden, wie man Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit mithilfe von Macht-Posen vortäuschen kann. Indem man die Körperhaltung ändert, wird nicht nur das subjektive Empfinden verändert, dieser Effekt ist sogar messbar.

Die wissenschaftliche Untersuchung von Amy Cuddy bestätigte, dass bei erfolgreichen Menschen die Hormone Testosteron erhöht und Cortisol erniedrigt sind. Hormone sind Botenstoffe, die auf unser Verhalten wirken. Testosteron ist unter anderem verantwortlich für Ehrgeiz, Selbstvertrauen und Dominanz. Cortisol spielt eine Rolle bei Niederlagen.

In der Untersuchung wurden Studenten gebeten, entweder eine negative oder eine positive Körperhaltung für zwei Minuten einzunehmen. Anschließend wurden die Studenten zum Vorstellungsgespräch geladen. Die Studenten, die vorab eine positive Haltung zwei Minuten lang eingenommen haben, schnitten deutlich erfolgreicher ab und auch das Hormon Testosteron war nachweislich höher im Vergleich zu den Studenten mit der negativen Haltung. Hier war der Testosterongehalt erniedrigt und der Cortisol-Spiegel erhöht.

Was bedeutet dies für den Alltag? Wir können positive Körperhaltung nutzen, zum Beispiel vor einer wichtigen Präsentation, einem Vorstellungsgespräch oder in stressigen Zeiten, wenn wir überzeugen möchten. Amy Cuddy nennt diese Körperhaltungen „Power-Posen“. Diese kann wie folgt aussehen: Mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend, die Arme nach oben zu einem „V“ machen, den Brustkorb nach vorne gestreckt, Körper aufrecht und lang. So als hätte man gerade Großes geleistet. Mit dieser Pose kann man Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit trainieren, um seine Ideen noch besser zeigen zu können. Indem wir jeden Morgen nach dem Aufstehen zwei Minuten lang diese Pose einnehmen, können wir kraftvoller den Tag beginnen. 

Übrigens: Achten Sie auf Ihre Haltung, wenn Sie sich mit Ihrem Smartphone beschäftigen. In der Regel ist unsere Haltung gekrümmt, Schulter hängend, gesenkter Kopf mit Blick nach unten.

Erfahren Sie mehr über verbale und nonverbale Körpersprache, wie Sie besser verstehen und verstanden werden und dieses Wissen auch in Coachingprozessen nutzen können. Mehr in der NLP-Basisausbildung "Kommunikation als Kompetenz". Nächster Termin: 03.04. - 07.04.2017

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Heilende Wirkung der Gewürze

Gewürze können viel mehr als nur unser Essen schmackhafter machen. Bereits in der Antike waren ihre verborgenen Heilkräfte gut bekannt. Damals bestand der gesamte Arzneischatz aus Pflanzen und daraus gewonnen Substanzen. Heute sind Gewürze zwar für jeden zugänglich, ihre heilenden Wirkungen sind allerdings bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten. Dabei sind die Wirkungen verschiedener Gewürze äußert vielfältig: Einige enthalten antioxidative, antimikrobielle oder kreislaufstimulierende Inhaltsstoffe. Auch die seelische Wirkung von Kräutern ist nicht zu unterschätzen. So werden in der Aromatherapie zum Beispiel Basilikumöl zur Entspannung und Rosmarinöl zur Anregung eingesetzt.

Ein anderes Gewürz mit heilenden Kräften sind Chilis. In ihnen findet sich der Stoff Capsaicin. Dieser ist zum einen für die Schärfe verantwortlich, zum anderen kann es auch den Stoffwechsel anregen und durch die Deaktivierung bestimmter Rezeptoren schmerzlindernd wirken. Zur äußeren Anwendung findet Capsaicin Verwendung in Salben und Pflastern gegen Muskelschmerzen und Verspannungen.

Ingwer wirkt sowohl gegen Bakterien als auch gegen Viren und unterstützt das Immunsystem. Die enthaltenen Curcumoide wirken als starke Antioxidantien und hemmen die Oxidation von LDL-Cholesterin. Somit senken sie das Risiko für arteriosklerotische Plaques. Die im Wurzelstock enthaltenen Substanzen Borneol und Cineol wirken verdauungsfördernd, appetit- und kreislaufanregend. Zudem können Zubereitungen aus Ingwer Fieber senken und bei Übelkeit, Blähungen und Darmkrämpfen helfen. Die Ingwerwurzel wird auch zur Behandlung von Rheuma und Muskelschmerzen verwendet. Ingwerauszüge zeigten bei Arthrosepatienten die gleiche Schmerzlinderung wie Ibuprofentropfen.

Die ätherischen Öle im Zimt fördern die Durchblutung der Magenschleimhaut, wirken krampflösend und aktivieren die Verdauungsdrüsen. Zudem wird die Vermehrung von Pilzen, Viren und Bakterien gehemmt. Hierbei sollte man allerdings auf die Qualität des Zimts achten, denn das Cumarin aus billigem Cassia-Zimt kann bei hohen Dosen Kopfschmerzen und Leberschädigungen verursachen.

Allgemein gilt, dass man Gewürze nicht überdosieren sollte, da ihre positiven Wirkungen sonst schnell in gesundheitsschädliche umschlagen. Damit sie ihre heilenden Kräfte voll entfalten können, sollten sie nicht mitgekocht, sondern erst den fertigen Speisen zugegeben werden.

Im Erlebnisseminar „Heil- und Wildkräuter“ erfahren Sie mehr über Heil- und Gewürzkräuter, ihre Wirkungen und Qualitäten. Nächster Termin: 19.05. - 21.05.2017 oder 27.08. - 29.08.2017

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Alte Gewohnheiten dauerhaft ändern

Mit dem neuen Jahr kommen die guten Vorsätze: Mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren, weniger Süßes essen. Bereits nach wenigen Tagen fallen die meisten wieder in den gewohnten Trott. Die erste gute Nachricht: Das ist ganz normal. Und die zweite: Alte Gewohnheiten kann jeder dauerhaft ändern.

Zunächst einmal: Gewohnheiten erfüllen einen positiven Zweck. Sie ermöglichen uns den Alltag routiniert zu bewältigen. Sie sparen Zeit und Energie und machen uns kurzzeitig sogar glücklich. Aber sie sind resistent gegenüber neuem Lernen und neuen Erfahrungen. Langfristig können Gewohnheiten auch schaden.

Gewohnheiten sind kein Schicksal. Sie können geändert werden. Um eine Gewohnheit zu verankern, ist ein dreistufiger Prozess in unserem Gehirn notwendig. Als erstes gibt es einen auslösenden Reiz. Das Gehirn sucht sich eine dazu passende Gewohnheit. Nun greift die Routine. Diese kann körperlicher, mentaler oder emotionaler Natur sein. Am Schluss folgt eine Belohnung. Je besser die Belohnung, desto größer ist die Chance, dass mehr und mehr automatisiert wird.

Um Gewohnheiten zu überwinden, müssen wir erkennen, welches Verlangen sie antreibt. Forscher der New Mexico State University interessierten sich dafür, weshalb Menschen gewohnheitsmäßig Sport treiben. Sie befragten 266 Personen, die mindestens dreimal in der Woche Sport treiben. Nicht der Grund, warum sie mit Sport anfingen, sondern warum sie weitermachten, war von Bedeutung. Sport wurde zur Gewohnheit, weil sich eine spezifische Belohnung entwickelte, nach der sie verlangten. „Etwas erreicht zu haben“ hat bei den Sportlern ein Triumphgefühl erweckt. Der Auslösereiz muss nicht nur eine Routine, sondern auch ein Verlangen nach der künftigen Belohnung erzeugen.

 Neben dem Verlangen ist das Verhalten entscheidend. Warum esse ich jeden Nachmittag das Stück Kuchen? Ist es eine Unterzuckerung, ist es Langeweile oder weil ich eine Auszeit brauche? Habe ich dieses Verhalten identifiziert (ich brauche eine Auszeit), muss ich meinem Gehirn eine neue Belohnung anbieten. Damit die Veränderung erfolgreich ist, muss diese besser als die bisherige sein (Kuchen). Hier gilt es zu experimentieren: Es könnte ein  Kaffee, ein Gespräch mit Kollegen oder ein kurzer Spaziergang sein. Eine Gewohnheit ändert sich nicht von heute auf morgen. Wir sind lange den alten Trampelpfad gegangen. Um einen neuen Weg einzuschlagen, bedarf es Zeit und vieler Wiederholungen, bis sich der neue Weg zu einem neuen bequemen Trampelpfad ausgeweitet hat.

In der Ausbildung Essen mit Achtsamkeit lernen Sie auf mehreren Ebenen achtsamer und gesünder zu leben, sowie eine natürliche Beziehung zum Essen aufzubauen. Nächster Start: 16.03.-19.03.2017 oder 22.09.-25.09.2017