Gesund Leben 03 / 2015

Schlank mit Achtsamkeitstraining

Jeder fünfte Erwachsene und jeder zehnte Jugendliche in Deutschland ist übergewichtig. Neben einem Überangebot an Nahrung und zu wenig Bewegung ist Stress ein oft unterschätzter Dickmacher. „Diäten machen uns nicht schlanker, sondern dicker“, so Prof. Dr. Achim Peters. Die Kombination aus Stressreduktion und Schulung der Körperwahrnehmung ist ein viel versprechender Ansatz im Gewichtsmanagement.

Das egoistische Gehirn

Das Gehirn steht in der Versorgungshierarchie an erster Stelle. Signalisiert es Energiemangel, setzt der Körper alles in Bewegung, um Glucose ins Gehirn zu bringen und zu mobilisieren. Mithilfe des Stresshormons Cortisol wird Glukose als Energiereserve freigesetzt. In Stresssituationen verbraucht das Gehirn besonders viel Energie. Dr. Achim Peters, Professor an der Uniklinik Lübeck und Autor des Buches „Das egoistische Gehirn“, beschreibt diesen Effekt: „Ein egoistisches Gehirn ist eine gute Sache, es sichert das Überleben in Hungersperioden, in dem es die Energieversorgung sicherstellt und die Reserven des Körpers bedient. Bei anhaltendem Dauerstress gewöhnt der Körper sich allerdings an die Cortisolausschüttung und mobilisiert keine Energiereserven mehr. Stattdessen folgt der Befehl: Mehr essen! Die Konsequenz ist eine erhöhte Nahrungsaufnahme.“

Stress mit Achtsamkeit begegnen

Kurzfristiger Stress kann der Körper kompensieren. Dauerstress wie Überforderung, familiäre Probleme oder Dauerdiäten haben langfristige Auswirkungen. Ein wissenschaftlich evaluiertes und wirksames Konzept zum Stressmanagement ist das Achtsamkeitstraining. Achtsamkeit hat Tradition. Sie ist im Buddhismus begründet und wird dort seit 2500 Jahren praktiziert. Achtsamkeit ist die Kunst, bewusst sich und seine Umwelt wahrzunehmen ohne zu bewerten. Achtsamkeit spricht das Urvertrauen des Körpers an, denn der Körper weiß, was er braucht. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst und seinem Körper stellt das Gleichgewicht wieder her.

Schlank mit Achtsamkeitstraining

Die Kombination aus Stressreduktion und Schulung der eigenen Körperwahrnehmung ist ein vielversprechender Ansatz im Gewichtsmanagement. Die Weiterbildung „Schlank mit Achtsamkeitstraining“ startet im Oktober 2015 an der Akademie Gesundes Leben. Sie greift diesen Ansatz auf: Die Kombination von achtsamen Essen, Achtsamkeit hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse und der achtsame Umgang mit sich selbst und anderen lässt die Pfunde dauerhaft purzeln. Achtsamkeitstraining schult Körpersignale wahrzunehmen und das natürliche Gefühl für Hunger und Sättigung zurück zu erlangen. Bei Langeweile, Frust und Konflikten werden häufig nicht die zugrunde liegenden Probleme angegangen, sondern es wird kompensatorisch gegessen.

Mit folgenden Fragen können Essverhalten bzw. Essmuster aufgedeckt werden:

  • Wann esse ich?
  • Warum esse ich?
  • Was tut mir beim Essen gut?
  • Was nährt mich?
  • Wie und wo merke ich Hunger?
  • Wie sieht mein Essen aus, welche Konsistenz hat es?
  • Wie schmeckt es wirklich?
  • Wie und wo merke ich, dass ich satt bin?
  • Wo bin ich mit meinen Gedanken und Gefühlen, wenn ich esse?

Achtsames Essen unterstützt, die wirklichen Bedürfnisse zu erkennen, eigene Ressourcen zu stärken und ganz nebenbei das Wohlfühlgewicht zu erlangen.

In der 3-teiligen Ausbildung "Schlank mit Achtsamkeitstraining" erhalten Sie ein Kursleiterzertifikat und Kurskonzept. Lernen Sie ein achtsames Essverhalten, verschiedene Hungertypen kennen und begleiten Menschen zu einem dauerhaften Wohlfühlgewicht. Start: 11.10. – 14.10.2015 oder 29.04.-02.05.2016

 

Ratgeber Natur

Natur berührt, bewegt und erdet uns. Draußen finden wir Kontakt zu unseren eigenen Wurzeln. Wer sich persönlich weiter entwickeln und verändern möchte, weiß oft nicht genau wo er steht oder wohin es gehen soll. Mental Trainerin Andrea Freund weiß, wie wir die Natur als Quelle für körperliches und seelisches Wohlbefinden nutzen und wie wir von Wald und Wiesen lernen können.

Die Kraft liegt in der Natur

Ob im Büro, zu Hause oder beim Einkaufen: Der Alltag steckt voller Erwartungen, Begrenzungen und Bewertungen. Nicht so die Natur. Natur beengt nicht, erwartet und bewertet nicht. Sie steckt voller Wachstum und Wandel - so wie der Mensch. „Bei einem ausgedehnten Spaziergang in der Natur schaltet das Gehirn „ab“ bzw. „um“ in den Modus positiver Aufmerksamkeit, Erholung und Entspannung“, erklärt Andrea Freund, Mental Trainerin und Meditationskursleiterin der Akademie Gesundes Leben. Voraussetzung ist, dass die Umgebung als sanft und schön wahrgenommen wird, dass Weite verspürt wird und die Bedürfnisse mit den Gegebenheiten der Landschaft übereinstimmen.

„Ähnlich wie bei einer Meditation produziert das Gehirn dann Alphawellen. Dadurch gelingt es uns innere Stressoren wie „Ich müsste noch!“, „Bin ich gut genug?“, „Darf ich das überhaupt?“ auszuschalten. Der Geist beruhigt sich. Der Fokus liegt nur noch auf einer Tätigkeit und der Körper entspannt“, so Freund weiter.

Unsere Außenwelt ist geprägt von schnelllebigen Moden, Leistungsdruck und wandelbaren Trends. Für viele von uns ist der Naturkontakt in den letzten Jahren immer mehr gesunken. Dabei brauchen wir die Naturnähe, um Halt und Sinn im Leben zu finden.

Wer in Prozessen fest steckt, sollte in den Wald gehen

Wir können die Natur als Lernumgebung entdecken. Zieht es uns raus an die frische Luft, so finden wir Freiheit und Ruhe, um nachzudenken, kreativ zu sein und Entscheidungen zu treffen. Andrea Freund: „Wer in einer Entscheidung feststeckt, sollte in den Wald gehen. Denn die Natur steckt voller Botschaften und Analogien und dient als Ratgeber.“ Setzen wir uns mit offenen Sinnen und offenen Herzen mit den Naturelementen in Verbindung, so erhalten wir Antworten. Dabei dienen die Naturelemente als Spiegel für innere Prozesse und weiten den Blickwinkel.

  • Bach: Bin ich im Fluss? Wo ist die Strömung stark? Wo ist die Strömung zu schwach?
  • Wegkreuzungen: Wohin gehe ich? Wie entscheide ich mich? Wovor habe ich Angst?
  • Berge: Was ist wahre Größe? Was ist wahre Weite?
  • Waldboden: Was erdet mich? Was verbindet mich? Was ist mein Fundament?
  • Baum: Was nährt mich? Welche Ideen trage ich in mir? Was sind meine Ressourcen? Wo sind meine Wurzeln?

Sich mit allen Sinnen mit der Natur verbinden. Sehen, riechen, schmecken und fühlen, was die Umgebung offen hält. Manchmal reicht es aus, mit einer Frage spazieren zu gehen und dabei wahrzunehmen, was oder wer uns dabei auf dem Weg begegnet. Es kann ein Vogelzwitschern, ein Windstoß oder der Geruch von warmen Waldboden sein, der uns der Antwort näher bringt.

So wie die Natur dem stetigen Wandel unterliegt, so wächst und wandelt sich der Mensch. Wenn wir einen achtsamen Weg zurück zur Natur finden, können wir uns selbst finden.

Ziele erreichen, Ressourcen nutzen und Widerständen begegnen sind Inhalte der 3-teiligen Ausbildung Mental Trainer/in mit Andrea Freund. Nächster Start: 25.09.-29.09.2015 oder 18.03.-22.03.2016

 

Kakao hält Blutgefäße jung

Schokolade macht nicht nur glücklich, sondern hält auch gesund. Regelmäßiger Kakaokonsum senkt den Blutdruck, verbessert die Gefäßelastizität und wirkt sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus. Studien zeigen, dass bestimmte Pflanzenstoffe, die unter anderem in der Kakaobohne stecken, einen blutdrucksenkenden Effekt haben. Bei den Pflanzenstoffen handelt es sich um die Flavonole Catechin und Epicatechin, welche für eine verbesserte Funktion der Arterienwände sorgen.

Flavonole sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide. Verschiedene Studien und Analysen zeigten, dass besonders das Flavonol Epicatechin für die höhere Gefäßelastizität und damit Normalisierung des Blutdrucks verantwortlich ist. In früheren Studien konnte dies für Catechin nachgewiesen werden. Allerdings ist die Bioverfügbarkeit von Catechin gegenüber Epicatechin geringer.

Epicatechin kommt in wirksamen Mengen in Kakao vor. In Tierversuchen und einer kleinen Cross-over-Studie verbesserten sich Durchblutung und Gefäßelastizität. In den Studien wurden verschiedene Wirkmechanismen ausfindig gemacht: Epicatechin verbessert nach vier Tagen die Verfügbarkeit, erhöht die Syntheserate und vermindert den Abbau von Stickstoffmonoxid (NO), das die Gefäße erweitert und damit den Blutdruck nach unten reguliert. Epicatechin wirkt als Radikalfänger. Es schützt die Blutfette wie Cholesterin und Triglyceride und entlastet das körpereigene Radikalfängerenzym. Ebenso werden verschiedene Signalwege für die Gefäßspannung von Epicatechin auf molekularer Ebene beeinflusst.

Mit 10 g (2 Stück) hochwertiger Schokolade bzw. bzw. mit 2,5 g (1/2 EL) hochwertigen Kakaos hat man neben dem Genuss 200 mg Gesamtflavanole und gut 18 mg Epicatechin – eine durchaus gefäßschützende Menge. Die Flavonolmenge hängt von der Kakaobohne und ihrer weiteren Verarbeitung ab. So sinkt der Flavanolgehalt deutlich mit der Alkalisierung der Bohnen. Hochwertige Schokoladen und Kakaos werden schonend verarbeitet und nicht alkalisiert. Die Produkte erhalten Sie im Reformhaus und Naturkostgeschäft.

"Ernährungstherapie Update" hält Sie auf dem Laufenden. Neueste Erkenntnisse, Untersuchungen und Studien stellt Ihnen Wissenschaftsjournalist und Ökotrophologe Bernd Küllenberg vor. Termine: 11.12.-13.12.2015 oder 08.04.-10.04.2016.

 

5 Tipps für einen erholsamen Schlaf

„Die beste Pause für unseren Körper ist ein erholsamer Schlaf. Auch wenn wir ein Drittel unseres Lebens „verschlafen“ ist dies keine Zeitverschwendung sondern eine Zeit der Regeneration und Erholung für Körper und Geist“, weiß Sabine Fischer, Dozentin an der Akademie Gesundes Leben. Im Schlaf finden wichtige Regenerationsprozesse statt, das Immunsystem wird gestärkt und Gelerntes verfestigt, denn das Gehirn ist in der Nacht hochaktiv.

Ein erholsamer Schlaf hält uns gesund und leistungsfähig. Zu wenig oder gestörter Schlaf kann uns gereizt, unkonzentriert oder krank machen. Schlaftrainerin Sabine Fischer stellt Ihnen fünf Tipps für einen erholsamen Schlaf vor.

1. Das Bett ist zum Schlafen da

Wer im Bett arbeitet, fern sieht oder Probleme wälzt, brauch sich nicht wundern, wenn er nicht einschlafen kann. Der Körper lernt das Bett mit anderen Tätigkeiten in Verbindung zu bringen, als mit schlafen. Gesteigerte Aktivität fördert das Wachbleiben. Ausnahme ist ein Buch zu lesen, so lange es eine beruhigende und einschläfernde Wirkung hat.

2. Regelmäßigkeit und Rituale vor dem Schlafengehen

Regelmäßige Aufsteh- und Schlafenszeiten sind Ankerpunkte für einen gesunden Schlafrhythmus. Kleine Rituale vor dem Schlafengehen helfen Abstand zum Alltag zu finden. Wenn Sie nicht abschalten können und sich die Gedanken schon um den nächsten Tag drehen: Legen Sie sich Stift und Zettel neben das Bett, schreiben Sie Ihre Gedanken auf und lassen Sie diese damit los.

3. Sport bis zum frühen Abend

Sport wirkt sich positiv auf den Schlaf-Wach-Rhythmus aus und justiert unsere ‚Innere Uhr’. Sport wirkt auch anregend auf das sympathische Nervensystem. Dieses steht für Aktivität und Stress und schüttet Wachmacherhormone (z.B. Adrenalin) aus. Gut ist daher ein Abstand von ca. 3 Stunden zwischen Sport und Zubettgehen.

4. Dunkelheit fördert das Einschlafen

Bei Dunkelheit bildet die Zirbeldrüse im Gehirn das Schlafhormon Melantonin, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Setzen wir uns auch abends dem Tageslicht ähnlichen ‚blauen’ Licht von Handy, Computer und Fernseher aus, wirkt dies als Wachmacher. Damit verstellt sich unsere „Innere Uhr“, die Taktgeber für einen erholsamen Schlaf ist. Verdunkelnde Vorhänge, Jalousien oder eine Schlafbrille sorgen z.B. für Schichtarbeiter, die tagsüber schlafen müssen, für ausreichende Dunkelheit.

5. Entspannungstechniken lernen

Legen Sie schon tagsüber Pausen ein. Reduzieren Sie Stress und gehen Sie damit entspannter in den Abend. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga: konzentrieren Sie sich auf Haltung, Körper und Atmung ohne belastende Gedanken: der Geist wird ruhiger und der Körper entspannt sich.

Im Seminar „Endlich wieder gut schlafen“ mit Sabine Fischer erfahren Sie mehr über Schlafförderer, üben Entspannungstechniken ein und erhalten ein Übungsprogramm für einen erholsamen und gesunden Schlaf. Nächster Termin: 09.10.-11.10.2015 oder 12.02.-14.02.2016

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