gesund leben 04 /2016

Homöopathie - sanft und sicher

Trotz vieler Widerstände und Zweifel an der Wirksamkeit von Homöopathie gibt es diese Therapie seit mehr als 200 Jahren. 80% der Frauen und 67% der Männer sind laut einer repräsentativen Umfrage der GfK Nürnberg mit der Therapieform vertraut. Sogar jeder Fünfte vertraut dieser sanften Heilmethode voll und ganz. Begründet von dem Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann, der von der Medizin zu seiner Zeit enttäuscht war und nach besseren Heilmethoden suchte.

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie wurde Ende des 18. Jahrhunderts von dem deutschen Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann begründet. Die Basis der Therapie bildet das Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches wird mit Ähnlichem behandelt“. Auslöser für diese Erkenntnis Hahnemanns war eine Eigenbehandlung mit Chinarinde, die bei ihm Malariasymptome hervorrief. Weitere Säulen der Homöopathie bilden die spezielle Aufbereitung (Potenzierung) der Arzneimittel und die Individualität des Patienten (Constitutio).

Wie wirkt Homöopathie?

„Gleiches mit Gleichem behandeln“ gilt als Grundprinzip der Homöopathie. Es gibt rund 2500 verschiedene Arzneien – hergestellt aus Mineralien, Pflanzen, Tieren und Tierprodukten. Jeder dieser Stoffe ruft bei einem gesunden Menschen eine bestimmte Kombination von Symptomen hervor. Laut Hahnemanns Lehre eignet sich diese Substanz für Krankheiten mit diesen Symptomen als Heilmittel. Die Arznei soll vor allem die Selbstheilungskräfte eines Menschen unterstützen. Homöopathische Arzneimittel sind in unterschiedlichen Potenzen erhältlich. Es gilt: Je höher die verschüttelte Verdünnung (Potenz), desto tiefgreifender wirkt das Mittel. 

Warum wird Homöopathie so kontrovers diskutiert?

Immer mehr Menschen wünschen sich sanfte Therapien oder Ergänzungen zur klassischen Schulmedizin. Ob die Wirkung der Homöopathie wissenschaftlich nachgewiesen ist oder überhaupt wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, wird kontrovers diskutiert. Die meisten Studien bestreiten eine Wirkung, die über einen Placebo-Effekt hinausgeht. Es gibt auch Studien, die die Wirksamkeit belegen. Diese Studien werden mit dem Argument angezweifelt, dass die Richtlinien klassischer Studien und Standards nicht eingehalten worden seien.

Wann ist Homöopathie hilfreich?

Sowohl akute, als auch chronische Erkrankungen werden mithilfe der Homöopathie behandelt. Dabei erfasst die Therapie alle Symptome und Besonderheiten eines Menschen. Für die Anamnese ist ein Gesamtbild des Menschen wichtig: Wie ist sein Gesundheitszustand, wie reagiert der Körper auf Kälte und Wärme, was sind typische Verhaltensmuster. Erst dann entscheidet der Therapeut, welches das geeignete Mittel ist. Eine (Erst-)Anamnese sollte daher etwas zwei Stunden dauern. Die Grenzen der Therapie sind dann erreicht, wenn aufgrund einer Erkrankung ein Organ oder Gewebe zerstört wurde und nicht mehr funktioniert. 

Grundlagen der homöopathischen Arzneibehandlung, Symptomlehre und Repertorien sind Inhalte der Weiterbildung „Grundkurs klassische Homöopathie“ Start 18.08.-20.08.2017. Seminarleiterin ist Dr. med. Gabriele Tille, Fachärztin für Allgemeinmedizin – Homöopathie, akkreditierte Dozentin und Therapeutin der Stiftung Homöopathie-Zertifikat.

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Neue Ausbildung: Vegan-Berater/in - Praxishilfe

In der Bevölkerung und den Medien ist vegane Ernährung ein stark diskutiertes Thema. Gerade bei der Frage nach der richtigen Ernährung sind fundierte Informationen wichtig. Voraussetzung für die Entfaltung des Potentials einer veganen Ernährung, ist eine umfassende Aufklärung. Ab Oktober 2016 bietet die Akademie Gesundes Leben die Ausbildung "Vegan-Berater/in" unter Leitung von Sigrid Siebert an. Wir haben Ihr vorab ein paar Fragen gestellt.

(Akademie Gesundes Leben (AGL)): Warum macht es Sinn, sich mit dem Thema "Veganer Lebensstil" auseinanderzusetzen?

(Sigrid Siebert): Gesundheitsstatistiken zeigen eine stetig steigende Anzahl an Personen mit ernährungsmitbedingten Zivilisationskrankheiten. Berichte in den Medien über Massentierhaltung, Umweltkatastrophen, Klimawandel oder Ressourcenverschwendung bringen wachsende Teile der Gesellschaft über die eigene Ernährungsweise zum Nachdenken und sensibilisieren für einen verantwortungsbewussten Lebensstil. 

In der Bevölkerung und den Medien ist die vegane Ernährung ein stark diskutiertes Thema. Eine Gefahr liegt darin, dass halbinformierte Verbraucher z.B. über Food Blogs, Internetforen oder Social Media, die Chancen und Risiken einer veganen Ernährung nicht adäquat erfassen.

Gerade bei der Frage nach der richtigen Ernährung sind wissenschaftlich fundierte Informationen wichtig. Voraussetzung für die Entfaltung des Potentials einer veganen Ernährung, ist eine umfassende Aufklärung, ggf. professionelle Beratung nötig, um eine adäquate Durchführung der Ernährungsweise zu gewährleisten.

(AGL): Kann man aus ernährungswissenschaftlicher Sicht vegane Ernährung überhaupt empfehlen? Hier gibt es ja Zweifel?

(Sigrid Siebert): In Fachkreisen werden Nutzen und mögliche Risiken einer veganen Ernährungsweise kontrovers diskutiert. Kritiker warnen davor, eine vegane Ernährung dauerhaft ohne ausreichendes Wissen durchzuführen. Das gilt besonders in bestimmten Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit. 

Befürworter führen eine Vielzahl gesundheitlicher Vorteile auf, die für die Durchführung einer veganen Ernährungsweise sprechen. So ist nach Ansicht der Canadian Paediatric Society und der American Diätetik Association eine „Vegane Ernährung in jeder Lebenslage bei guter Planung durchführbar.“

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) hält hingegen eine "Vegane Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit, Kindes- und Jugendalter für ungeeignet.“

(AGL): Welche Fähigkeiten habe ich, wenn ich die Weiterbildung Vegan-Berater/in gemacht habe/ Was kann ich dann?

(Sigrid Siebert): Eine vegane Ernährungsweise ist geeignet, das Risiko für chronische Krankheiten zu minimieren, kann Grundlage einer ernährungstherapeutischen Intervention sein oder als Bestandteil eines Lebensstilkonzeptes eingesetzt werden.

Dazu benötigt der Klient ausreichendes Wissen, das Sie ihm in einer professionellen Beratung vermitteln. Deren Ziel ist es, den Klienten über den Nutzen und über die möglichen Risiken einer veganen Ernährungsweise aufzuklären. In der Beratung erhält der Klient Informationen, die es ihm ermöglichen, seinen Speiseplan eigenverantwortlich in einer für ihn optimalen Weise zusammenzustellen.

Bei motivierten Klienten, die sich möglicherweise bereits vegan ernähren, sind vor allem Informationen über eine optimal zusammengestellte vegane Ernährung bzw. Supplementation wichtig.

Bei Klienten, die ihre Ernährungsweise aus gesundheitlichen Gründen auf Rat ihres Arztes auf pflanzlich umstellen wollen, ist neben der Information über eine optimale Zusammenstellung bzw. Supplementation eine zusätzliche Motivation notwendig und wichtig. 

Ein weiterer Bestandteil der Beratung kann die Organisation von Mahlzeiten zu Hause und außer Haus sein, das Erlangen von Küchen-Fertigkeiten und Wissen über die Zubereitung verschiedener veganer Produkte.

Mehr Informationen zur Ausbildung Vegan-Berater/in: 16.10.-21.10.2016 oder 11.06.-16.06.2017

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Burnout als Fähigkeit

Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt. Burnout ist die Fähigkeit des Körpers, Alarm zu schlagen. In dieser Alarmbereitschaft liegt auch die Lösung. Burnout-Betroffene oder Menschen auf dem Weg dahin sollten die Erkrankung nicht als Unfähigkeit bewerten versagt zu haben, sondern als Fähigkeit würdigen, vom Körper wertvolles Feedback zu erhalten. Der Körper signalisiert: So wie bisher geht es nicht weiter.

Burnout ist ein Zustand der völligen (körperlichen und emotionalen) Erschöpfung. Die Betroffenen erleben sich als antriebslos, erschöpft und müde. Die Arbeit wird zur Qual, ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit breitet sich aus. Für Burnout-Betroffene werden das Leben, die Familie und die tägliche Arbeit zum Kraftakt, was sie nicht mehr bewältigen können.

Als häufige Ursache wird Stress genannt. Die Komplexität der Arbeitswelt nimmt zu, die permanente Erreichbarkeit erhöht den Druck und alles gleichzeitig erledigen zu wollen, lässt keine Zeit zum Fokussieren.

Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt.

Warum halten die einen den Druck stand, während den anderen „die Luft ausgeht“? Die Antwort liegt u.a. in der Persönlichkeitsstruktur. Burnout-Betroffene sind häufig Menschen, die sich durch besondere Loyalität, starkes Engagement oder hohe Leistungsbereitschaft auszeichnen. Oftmals verfolgen sie höhere Ziele, sie wollen etwas bewegen. Stimmt die Arbeitsorganisation dann mit dem persönlichen Engagement nicht überein, z. B. weil sich Kollegen in den Weg stellen und Ergebnisse nicht erreicht werden (können), verdoppeln die Betroffenen ihre Anstrengungen und verausgaben sich. 

Werden Bedürfnisse oder Werte permanent missachtet, steht der Betroffene immer wieder zwischen den Stühlen. Gibt es Störungen im Team oder Rollenkonflikte, ist der Handlungsspielraum eingeschränkt, so kann das glühende Engagement zur Belastung werden. Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt. „Es ist wichtig, herauszufinden, welche inneren Konflikte ein Mensch z.B. in der Arbeit erlebt“, so Hanno Schenk, Coach und Dozent an der Akademie Gesundes Leben. „Die Arbeit mit dem inneren Team ist an dieser Stelle hilfreich“, so Schenk weiter.

Burnout als wertvolles Feedback aus dem Unbewussten anerkennen

Für Arzt, Therapeut und Coach Gunther Schmidt ist es in der Therapie mit Betroffenen wichtig, die Selbst- und Fremdabwertung mit ressourcenorientiertem Verständnis entgegen zu wirken. Menschen, die einen Burnout entwickeln, fühlen sich häufig erschöpft, die Arbeit wird zur Qual oder macht keinen Sinn mehr. Oftmals werten sie ihr eigenes Verhalten ab. Laut Schmidt ist diese Spirale ein Ausdruck von Kompetenz. Dahinter steckt ein ausgereiftes Rückmeldesystem des Körpers, dass es so nicht weitergehen kann. Anstelle eines Defizits sollen die Betroffenen die Kompetenz des eigenen Körpers anerkennen. Burnout ist eine wertvolle Rückmeldung aus dem Unbewussten an die eigenen Bedürfnisse. 

 In dem Seminar „Ausgeglichen statt ausgebrannt – Burnout-Prophylaxe“ zeigt Ihnen unser erfahrener Trainer Hanno Schenk, wie Sie in Ihrer Beratungspraxis oder in Kursen Betroffene besser unterstützen und begleiten können oder Sie nutzen die Inhalte für sich selbst. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nächster Termin: 16.12.-18.12.2016 oder 24.03.-26.03.2017

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Kaffee ist gesund

Bereits der Duft von Kaffee löst bei vielen Menschen ein Gefühl der Geborgenheit aus. Ohne den Kaffee am Morgen gehen viele nicht aus dem Haus. Doch der Kaffee hat auch einen Krankmacher-Ruf. Er soll in großen Mengen zu Nervosität, Schlafstörungen oder Unruhe führen. 

Das im Kaffee enthaltene Koffein ist nur dann gefährlich, wenn es regelmäßig in großen Mengen getrunken wird. Über den Tag verteilt gelten beim Erwachsenen bis zu 400 Milligramm Koffein als unbedenklich (sie sind in vier bis fünf Espressi oder in bis zu acht Tassen schwarzen Tee pro Tag enthalten). Eine Tasse mit 200 Milliliter Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm Koffein.

Für Schwangere und Stillende gelten deutlich niedrigere Grenzen. Koffein passiert die Plazenta ungehindert und gelangt in den Kreislauf des Ungeborenen. Seine Leber kann das Koffein nur langsam abbauen. Daher sollten Schwangere und Stillende Kaffee nur sehr eingeschränkt genießen.

Die stimulierende Wirkung setzt nach etwa 15 bis 30 Minuten ein. Dann hat sich das Koffein über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt. Fühlen sich Mensch bereits nach dem ersten Schluck wacher und konzentrierter ist dies auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Die durchschnittliche Halbwertszeit des Koffeins beträgt bei gesunden Er¬wachsenen etwa vier Stunden. Dann sind 50 Prozent des Koffeins ausgeschieden.

Ob Kaffee, Cola oder schwarzer Tee am Abend zu erholsamem Schlaf führt oder schlaflos macht, muss jeder für sich herausfinden. Puls und Blutdruck steigen und der Kreislauf wird durch das Koffein stimuliert, weil das Herz häufiger schlägt. Ein erhöhter Kaffeekonsum vergrößert nicht das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu bekommen.

Bei Herzrhythmusstörungen ist von Kaffee und Tee eher abzuraten bzw. die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt empfohlen. Bei Bluthochdruck-Patienten wird inzwischen von moderatem Kaffee-Genuss nicht mehr abgeraten. Kaffee treibt den Blutdruck nicht signifikant und gesundheitsgefährdend in die Höhe. 

Der Körper gewöhnt sich bei regelmäßigem Kaffeekonsum an die Wirkung des Koffeins. Koffein gilt nicht als Suchtmittel. Bleibt die Ration aus, kann es allerdings zu Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen. Der Koffeinentzugskopf¬schmerz quält viele Menschen, wenn sie eine Kaffee-Trink-Pause einlegen.

Koffein verlangsamt die Ausschüttung des Müdigkeit auslösenden körpereigenen Botenstoff Adenosin. Es verbessert die Konzentration und hilft, ein Leistungstief zu überwinden.

Daneben gibt es Hinweise auf eine ganze Reihe weiterer positiver Effekte:
• Diabetes: Die Insulinwirkung wird durch die im Kaffee enthaltende Chlorogensäure günstig beeinflusst.
• Studien weisen darauf hin, dass Kaffeetrinker länger leben oder
• seltener an Darmkrebs erkranken. 

Allerdings konnten diese Studien alle nicht eindeutig nachweisen, dass wirklich der Kaffee hinter den beobachteten Effekten steckte. Forscher versuchen zu entschlüsseln, welche der Hunderten von Stoffen, die im Kaffee stecken, dafür verantwortlich sein könnten.