gesund leben 02 / 2018

Verursacht Zucker Entzündungen?

 

Kohlenhydrate in der Kritik: Sie werden in Zusammenhang mit Übergewicht und Entzündungen gebracht. Studien zeigen, dass neben der Art und der Menge der verzehrten Kohlenhydrate weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Betrachtet man die Aufnahme von Kohlenhydraten, spielt der glykämische Index (GI) eine wichtige Rolle. Dieser gibt die Blutzuckerwirkung nach einer bestimmten Zufuhrmenge von Kohlenhydraten an. Je höher er ausfällt, desto stärker lässt ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen.

Studien zeigen, dass vor allem ein hoher GI bei gleichzeitiger Überernährung zu erhöhten Entzündungswerten führen kann. Hält der erhöhte Blutzuckerspiegel längerfristig an, spricht man von einer dauerhaften Hyperglykämie, welche sich besonders schädlich auf den Stoffwechsel auswirkt. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel entsteht jedoch nicht einfach nur durch die Zufuhr von Kohlenhydraten. Das Zusammenwirken von kurzkettigen Kohlenhydraten wie sie beispielsweise in süßen Backwaren oder Süßgetränken enthalten sind, Überernährung und Bewegungsmangel spielen eine ausschlaggebende Rolle bei der Ursachenforschung von Hyperglykämie und Entzündungen. Zu wenig körperliche Aktivität kombiniert mit zu viel süßen Lebensmitteln bewirkt, dass Glukose nicht weiter verwertet, sondern vermehrt in der Atmungskette abgebaut wird. Die dabei entstehenden Sauerstoffradikale (ROS) können Enzymen zerstören, sodass sich verschiedene toffwechselzwischenprodukte anstauen. Beim Abbau dieser Stoffwechselzwischenprodukte bilden sich dann wiederum Entzündungsvermittler wie weitere ROS und Cytokine. Darüber hinaus wird vom Stoffwechsel bei einem Übermaß an Glukose der sogenannte Polyol-Weg eingeschlagen. Dabei wird Glukose zu Fruktose abgebaut. Das dafür gebrauchte Coenzym NADPH fehlt dann beispielsweise bei der Regeneration von Glutathion, einem der wichtigsten antioxidativ wirkenden Stoffe des Körpers. Bei erhöhtem Blutzuckerspiegel bilden sich vermehrt die Advanced Glycation Endproducts (AGEs), sind an der Entwicklung verschiedener chronischer Entzündungserkrankungen beteiligt. Neben Gefäß- und Herzkreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Arthritis steht die Hyperglykämie im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Insulinresistenz und einer gestörten Insulinfreisetzung. Somit verstärkt sie die mögliche Entstehung von Typ-2-Diabetes. Von einer entzündungsfördernden Wirkung der Kohlenhydrate wird somit nur bei der Zufuhr zu vieler einfacher Kohlenhydrate in Kombination mit Bewegungsmangel und Überernährung gesprochen.

Dies ist kein Problem ohne Lösung: Eine ballaststoffreiche Ernährung bewirkt einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels, während eine vollwertige und pflanzenbetonte Kost gleichzeitig reichlich sekundäre Pflanzenstoffe liefert. Diese wirken antientzündlich. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse, integriert

in der täglichen Nahrung, und weniger einfache Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehl-, Fertigprodukte und Süßigkeiten führen außerdem zur Hemmung von Entzündungsprozesse.

Darüber hinaus können mehrstündige Pausen zwischen den Mahlzeiten sinnvoll sein, sodass der Blutzuckerspiegel wieder auf das Normalmaß absinken kann.

 

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Postwachstum – eine zukunftsfähige Lösung?

Wie können wir die sozialen und ökologischen Probleme zukünftig lösen? Auf der VegMed 2018 in Berlin stellte Prof. Dr. Niko Paech, Lehrbeauftragter an der Universität Siegen im Studiengang „Plurale Ökonomik“, das Konzept der Postwachstumswende, auch Postwachstumsökonomie genannt, vor. Die Postwachstumswende ist ein Konzept, das soziale und ökologische Probleme der Gegenwart und der Zukunft löst. Das Zeitalter des stetigen Wachstums soll beendet und durch Entschleunigung abgelöst werden.

Von zentraler Bedeutung bei der Postwachstumswende sind unter anderem Resilienz und Subsistenz. Resilient zu sein bedeutet robust zu leben, sich im Falle von Widrigkeiten behaupten zu können. Es ist vonnöten Kompetenzen zu reaktivieren, die es einem ermöglichen ohne Fremdversorgung zu leben. Als Subsistenz wird die Selbstversorgung bezeichnet. Ziel der Subsistenz ist unter anderem ein Rückgang der Globalisierung. Mehr Selbstversorgung soll zu weniger Fremdversorgung führen. Dadurch wird eine Gesellschaft resilient und durch eingesparte Transportwege kann die Umwelt geschont werden. Dies ist wichtig, da Anhänger der Postwachstumsökonomie damit rechnen, dass es früher oder später zu einem Zusammenbruch der jetzigen Wirtschaftsform kommen wird.

Der Trend zeigt, dass immer mehr konsumiert wird, obwohl natürliche Ressourcen und die Zeit für Verwendung von Konsumgütern endlich sind. Unser heutiger Wohlstand fußt auf stetigem Wachstum. Dieses Wachstum hat sowohl sozial als auch ökologisch negative Folgen. Insgesamt soll die Postwachstumsökonomie daher eine Entschleunigung sein. Ein Ziel ist es, dass das Bruttoinlandsprodukt nicht mehr jährlich um 2% wachsen, sondern konstant bleiben soll. Statt Unersättlichkeit soll Genügsamkeit das Konsumverhalten der Menschen bestimmen. Die Entschleunigung soll in derartiger Form auftreten, dass Menschen weniger konsumieren. Dadurch bleibt mehr Zeit sich auf wenige Konsumgüter zu konzentrieren. Der soziale Druck sich über Konsum zu definieren wird herabgesetzt. Eine weitere Folge daraus ist, dass die Produktion von Gütern ebenfalls sinkt. Zusätzlich sollen Gegenstände repariert und recycelt werden. Die Nutzung von Gegenständen soll verlängert und intensiviert werden. Diese Aspekte der Entschleunigung wirken sich ressourcenschonend aus und kommen somit Umwelt zu gute. Eine weitere Maßnahme der Postwachstumswende ist gezielt darauf ausgerichtet, den jährlichen CO2-Ausstoß auf ein Maximum von 2-3 t pro Person herabzusetzen. Zurzeit liegt der CO2-Ausstoß pro Person bei etwa 12t/Jahr.

 

Der Weg zur Postwachstumsökonomie beinhaltet verschiedene Entwicklungsschritte. Diese beziehen sich auf einen Wandel des Lebensstils, der Versorgungsmuster und auf Produktionsweisen.

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Die Fasten-Formel für ein langes Leben

Das Fasten wird zurzeit weltweit von vielen Wissenschaftlern erforscht und deutet auf eine Vielzahl von positiven Effekten hin. Während mancher Aspekt noch zusätzliche Studien benötigt, sind sich die Forscher in dem Punkt einig: Fasten ist die einzige lebensverlängernde Methode, die bislang an allen untersuchten Organismen – außer am Menschen - bestätigt wurde.

 

Forscher der Karl-Franzens-Universität und der Med Uni Graz untersuchen im Rahmen der InterFast-Studie an 50 Probanden und 50 Vergleichspersonen die Auswirkungen des Alternate Day Fasting auf die Alterung der Zellen und den gesamten menschlichen Körper. Ess- und Fastentag wechseln sich bei diesem Prinzip ab. Die Forscher betrachten in ihrer Studie unzählige Metaboliten aus Körperflüssigkeiten und Gewebeproben, sodass sich ein „digitaler Fingerprint des Stoffwechselzustandes“ des Menschen ergibt.

Durch die Fastenzeit zwischen der Nahrungsaufnahme wird die zelluläre Selbstreinigung, die Autophagie angekurbelt. Dabei werden alte oder defekte Proteine und kaputte Zellteile abgebaut und in Energie umgewandelt oder wiederverwertet. Dies ist besonders im Alter wichtig und kann vor neurodegenerativen Krankheiten und Krebs schützen. Auch das Demenzrisiko wird gesenkt.

 

Die Fastenzeit muss jedoch nicht unbedingt über einen langen Zeitraum laufen. Schon nach 12 Stunden stellen sich im Tierversuch positive Effekte auf die Physiologie ein. Die Stoffwechselrate erhöht sich, Cholesterin- und Insulinwerte sinken. Auf lange Sicht senken sich die Entzündungsparameter und der Fettabbau wird gefördert, sodass sich insgesamt das Risiko für chronische Erkrankungen verringert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass

diese 12 Stunden des täglichen Fastens optimal sind und dass zwei bis vier Fastentage pro Monat für die meisten Menschen positiv und unbedenklich sind. Zu viel Autophagie ist dahingegen auch nicht vorteilhaft, da die Zellen sich dann quasi „zu Tode recyceln“.

 

 

Welche Mechanismen genau beim Fasten ablaufen, ist noch nicht endgültig geklärt. Sicher ist, dass die CLOCKGene an- und abgeschaltet werden. Diese regulieren den Tag-Nacht-Rhythmus und die Nieren- und Herzfunktion. Außerdem bewirkt das Fasten eine Verzögerung der altersabhängigen Verkürzung der Endstücke der Zell-DNA, was länger jung und gesund hält. Die positiven Ergebnisse rund um unterschiedliche Fastenformen zeigen, dass Fasten großes Potenzial zur Gesundheitsförderung und Verlangsamung des Alterungsprozesses hat. Blut- und Entzündungswerte, Ausdauer, Schlafqualität und Herzgesundheit werden verbessert. Die InterFast-Studie setzt hier an und will noch klarere Resultate schaffen. Diese sollen im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.

 

Wie geht fasten richtig? Was ist zu beachten? Erfahren Sie mehr in der Ausbildung zur/m Fastenleiter/in. Start: 14.06. - 18.06.2018.

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Rosenwurz bei Stress und Burnout


Mit Rosenwurzwurzel-Extrakt kann die Stressresistenz verbessert und die Symptome bei einem Burn-out-Syndrom gelindert werden. Wissenschaftler der Universität Wien untersuchten in einer Interventionsstudie, die Wirkung von Rosenwurzwurzel-Extrakt auf die Symptome und die Stressresistenz von Burn-out-Patienten.

Die 118 Teilnehmer nahmen 12 Wochen einen Extrakt. Die Wirkung wurde anhand zahlreicher Tests und Fragebögen bewertet, die den Gefühlszustand, die Krankheitssymptome, die Stressresistenz und die Sexualfunktionen erfassten.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten kam es nach 12 Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Burnout-Symptome. Zahlreiche Parameter verbesserten sich bereits nach einer Woche der Einnahme. Die Forscher sehen in Rosenwurzwurzel-Extrakt eine gute Präventions- und Therapiemöglichkeit um gegen Burnout-Syndrom vor zugehen.

 Was tun bei Stress? Was sind Burnout-Kennzeichen und wie kann man diesen vorbeugen? Mehr zur Burnout-Prophylaxe in der Ausbildung Stressmanagement Trainer/in. Start: 07.09. - 11.09.2018.