gesund leben 03 / 2018

Die heilende Kraft des Waldes

Schon Sebastian Kneipp wusste, dass die Natur die beste Apotheke ist. Ein Spaziergang im Wald tut gut, entspannt und ist erholsam. Dies ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit, sondern ist durch Studien belegt. Der Wald birgt ein ernstzunehmendes medizinisches Potenzial für den Menschen, denn er schützt vor Krankheiten, fördert Heilungsprozesse und stärkt das Immunsystem. 

Blutabnahmen in Studien zeigen, dass die natürlichen Killerzellen des Körpers deutlich angestiegen sind, wenn man zuvor im Wald spazieren war. Im Wald werden die Abwehrzellen vermehrt und aktiviert. Schon ein Tag im Wald führt zu einer Steigerung von 40 % der natürlichen Killerzellen im Blut. Bei zwei Tagen um 50 %. Zwei regelmäßige volle Tage pro Monat im Wald zeigen eine anhaltende positive Wirkung auf das Immunsystem. 

Nachweisbar ist auch, dass Aufenthalte im Wald die Produktion einer natürlichen Herzsubstanz namens DHEA in der Nebennierenrinde fördern und den Menschen vor koronaren Herzkrankheiten schützt und Herzinfarkte vorbeugt. Der Wald stärkt die körpereigenen Schutzmechanismen gegen Krankheiten und fördert Heilungsprozesse. 

Grund für all die positiven Wirkungen des Waldes sind die sogenannten Terpene. Terpene sind die größte Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und die wichtigsten Bestandteile der ätherischen Öle aus Bäumen und Pflanzen. Terpene spielen eine große Rolle im Sozialleben der Pflanzen. Der Wald voller Bäume und Pflanzen ist ein riesengroßer, kommunizierender Organismus. Durch das Austauschen von Botschaften zwischen den Bäumen, Sträuchern und Pflanzen wird das Ökosystem aufrechterhalten. Mit dieser Kommunikation informieren sie sich untereinander über vorkommende Schädlinge und die Art und Größe der Schädlingsarmee. So können alle Pflanzen und Bäume ihre Abwehr aktivieren und sich gegen die Eindringlinge schützen. Zur Kommunikation versenden sie chemische Signale, welche zu den Terpenen gehören. 

Waldbaden greift das Prinzip „Wald als Gesundheitsvorsorge“ auf und bietet spezielle achtsamkeitsbasierte Übungen und schafft ein Verständnis zum Ökosystem des Waldes. Waldbaden  ist ein Eintauchen in die Waldatmosphäre, bei dem alle Sinne geöffnet werden. Der Wald mit seinen Sträuchern, Bäumen, Moosen, Geräuschen und Luft wird erlebbar und spürbar gemacht. Das Achtsamkeitstraining in der Natur hilft dabei Kraft zu schöpfen für den Alltag oder den Beruf oder auch um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu fördern.

Neu im Programm die zweiteilige Ausbildung Kursleiter/in Waldbaden
Nächster Termin: 09.09.-14.09.2018 oder 26.05.-31.05.2019

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Was kann Kurkuma?

Die Kurkuma auch Gelbwurz genannt, ist eine bedeutende Gewürzpflanze. In zahlreichen Studien wurden vielfältige arzneiliche Wirkungen nachgewiesen, die vor allem dem Hauptinhaltsstoff Curcumin (Curcuminoide) zuzuschreiben sind.  

Traditionell wird Kurkuma zur Anregung des Gallenflusses bei Blähungen und Völlegefühl angewendet. In der aktuellen Pflanzenheilkunde werden eine Vielzahl weiterer Wirkungen sowohl in vitro (unter Laborbedingungen) als auch in vivo (am lebenden Objekt) untersucht. Dabei stehen die folgenden Wirkungen im Vordergrund: Antioxidativ, antirheumatisch, entzündungshemmend, krebshemmend

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Studien, die weitere Effekte des Curcumins zeigen. Dazu zählen: Antivirale Effekte (z.B. gegen Herpesviren), Positive Effekte auf den Fettstoffwechsel (Cholesterinspiegel senkend), Verbesserung der Glukosetoleranz (antidiabetisch), Verbesserung der Entgiftung, Wirksam gegen Demenzerkrankungen, insbesondere Morbus Alzheimer.

Bioverfügbarkeit des Curcumins: Viele der oben genannten Wirkungen des Curcumins wurden in Studien überzeugend nachgewiesen. Das Hauptproblem des Curcumins in der Anwendung als Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel liegt in der schlechten Bioverfügbarkeit. Folgende Hürden gilt es zu überwinden: die schlechte Wasserlöslichkeit, die verminderte Aufnahme (Resorption) aus dem Magen/Darm ins Blut, eine rasche Verstoffwechselung und die zügige Ausscheidung nach der Metabolisierung.

Die Kombination von Kurkuma/Curcumin mit schwarzem Pfeffer ist schon länger bekannt. Dadurch wird die systemische Verfügbarkeit um den Faktor 20 gesteigert. Der entscheidende Stoff hierfür ist das Piperin des Pfeffers. Piperin erhöht die Resorption und gilt daher als "Drug enhancer". Aufgrund der hohen Abbau und Ausscheidungsrate des Curcumins in seiner ursprünglichen Form fällt die Konzentration des Curcumins im Blut nach nur einer Stunde stark ab. Auch besteht das Risiko von Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. 

Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen ist es vortelhaft, wenn Curcumin in einer wesentlich höheren Dosis ins Blut gelangt und länger dort verweilt. Damit die Curcumine ihre vielfältigen biologischen Effekte entfalten können, wurden und werden Verfahren angewendet, die die Aufnahme im Darm erhöhen und/oder die Eliminationsrate verringern. Beispiele für solche Verfahren sind: Die kombinierte Gabe der Curcuminoide mit ätherischen Curcumaölen, festen Lipid-Nanopartikeln, Lecithinkomplexen, Nanosuspensionen und Cyclodextrinen.

Diese Aufbereitungsformate des Curcumins stehen unter Patentschutz und dürfen nur von den Firmen vermarktet werden, die das jeweilige Verfahren entwickelt haben.  Aufgrund der Vielzahl der positiven Effekte des Curcumins und der gleichzeitig schlechten Bioverfügbarkeit ist auch in näherer Zukunft mit der Entwicklung technologischer Verfahren zu rechnen, die die Aufnahme des Curcumins und seine Einschleusung zum Wirkort verstärken.

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Akzeptanz ist eine innere Haltung

Akzeptanz ist nicht Gleichgültigkeit. Akzeptanz ist Schmerz, Trauer und Wut. Akzeptanz ist ein Prozess und eine innere Haltung. Ohne diese Haltung könnten wir uns nicht selbst verzeihen, was war und erlauben, was kommt.

Manchmal fährt das Leben mit uns Achterbahn – eine Trennung, eine Krankheit, der Verlust eines geliebten Menschen oder ein zerplatzter Lebenstraum. Das Leben meint es dann nicht besonders gut mit uns. Trauer, Wut und Enttäuschung sind die Begleiter. Immer wieder gibt es Situationen im Leben, die wir nicht ändern können. Wie kann man die großen und kleinen Lebenskrisen bewältigen? Eine akzeptierende Haltung macht das Leben leichter. Und der Weg dahin ist nicht einfach.

Nach Enttäuschungen oder Verlusten fällt es uns oft schwer mit unseren Gefühlen umzugehen oder diese Gefühle zu akzeptieren. Oft reagieren wir in belastenden Situationen mit Jammern, Widerstand oder Aktionismus. Doch wir können nicht alles lösen, nicht alles ist machbar und nicht alles ist kontrollierbar. In solchen Fällen hilft eine akzeptierende Haltung. Eine offene und annehmende Haltung hilft den Verlauf von Krisen zu meistern. Zu akzeptieren, dass es passiert und nicht zu ändern ist.

Was ist Akzeptanz? Dabei können wir Akzeptanz nicht willentlich herbeiführen, also einfach die Dinge und das Leben so „annehmen“ oder „loslassen“. Akzeptanz ist ein Prozess, ein Training, welches Zeit braucht. Der erste Schritt ist die Annahme der eigenen Gefühle: Schmerzen bei Verlusten, Minderwertigkeitsgefühle bei Kündigung oder Enttäuschung, wenn uns jemand abweist. Es gilt all diese unangenehmen Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Viele Menschen haben Vermeidungsstrategien ihren Gefühlen gegenüber, dabei sollte man Wut und Traurigkeit zulassen und ausdrücken. Nach dem Weinen stellt sich oft eine gewisse Ruhe und Klarheit ein. Der Atem wird ruhiger, der Puls verlangsamt sich.

Im Prozess der Akzeptanz geht es darum Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, die einem widerfahren und unangenehm sind, bewusst zu werden und offen anzunehmen. Diese Gefühle, Gedanken und Erfahrungen sollten auch in der passenden Situation Ausdruck finden. Manchmal kommt es zu Übertragungseffekten und plötzlich findet die Wut und Trauer Ausdruck in einem Streit mit Kollegen, dem Partner oder wird mit Alkohol ertränkt. Diese Vermeidungsstrategien sind eine kurzfristige Entlastung, können aber zu echten Lebenskrisen führen.

Auch wenn es paradox klingt, kann Kummer weiterhelfen und sogar heilend wirken. Erst indem man Gefühle, Gedanken und Erinnerung zulässt, verändert sich die Einstellung zu sich selbst und zur Situation. Man wird offen für neue Perspektiven oder einen Neuanfang. Oft hilft bei einer Neuausrichtung der Blick auf die persönlichen Werte. Was sind meine persönlichen Werte und wie kann ich diese in die Bewältigung der Krise einbinden? Werte helfen aktiv zu werden und dem eigenen Handeln eine Richtung zu geben.

Neu im Programm die dreiteilige Ausbildung AchtsamkeitsCoach
Nächster Start: 30.11.-04.12.2018 oder 27.03.-31.03.2019

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Burnout als Chance

Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt. Burnout ist die Fähigkeit des Körpers, Alarm zu schlagen. In dieser Alarmbereitschaft liegt auch die Lösung. Burnout-Betroffene oder Menschen auf dem Weg dahin sollten die Erkrankung nicht als Unfähigkeit bewerten versagt zu haben, sondern als Fähigkeit würdigen, vom Körper wertvolles Feedback zu erhalten. Der Körper signalisiert: So wie bisher geht es nicht weiter.

Burnout ist ein Zustand der völligen (körperlichen und emotionalen) Erschöpfung. Die Betroffenen erleben sich als antriebslos, erschöpft und müde. Die Arbeit wird zur Qual, ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit breitet sich aus. Für Burnout-Betroffene werden das Leben, die Familie und die tägliche Arbeit zum Kraftakt, was sie nicht mehr bewältigen können.

Als häufige Ursache wird Stress genannt. Die Komplexität der Arbeitswelt nimmt zu, die permanente Erreichbarkeit erhöht den Druck und alles gleichzeitig erledigen zu wollen, lässt keine Zeit zum Fokussieren.

Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt.

Warum halten die einen den Druck stand, während den anderen „die Luft ausgeht“? Die Antwort liegt u.a. in der Persönlichkeitsstruktur. Burnout-Betroffene sind häufig Menschen, die sich durch besondere Loyalität, starkes Engagement oder hohe Leistungsbereitschaft auszeichnen. Oftmals verfolgen sie höhere Ziele, sie wollen etwas bewegen. Stimmt die Arbeitsorganisation dann mit dem persönlichen Engagement nicht überein, z. B. weil sich Kollegen in den Weg stellen und Ergebnisse nicht erreicht werden (können), verdoppeln die Betroffenen ihre Anstrengungen und verausgaben sich. 

Werden Bedürfnisse oder Werte permanent missachtet, steht der Betroffene immer wieder zwischen den Stühlen. Gibt es Störungen im Team oder Rollenkonflikte, ist der Handlungsspielraum eingeschränkt, so kann das glühende Engagement zur Belastung werden. Wer ausbrennt, hat vorher für eine Sache gebrannt. „Es ist wichtig, herauszufinden, welche inneren Konflikte ein Mensch z.B. in der Arbeit erlebt“, so Hanno Schenk, Coach und Dozent an der Akademie Gesundes Leben. „Die Arbeit mit dem inneren Team ist an dieser Stelle hilfreich“, so Schenk weiter.

Burnout als wertvolles Feedback aus dem Unbewussten anerkennen

Für Arzt, Therapeut und Coach Gunther Schmidt ist es in der Therapie mit Betroffenen wichtig, die Selbst- und Fremdabwertung mit ressourcenorientiertem Verständnis entgegen zu wirken. Menschen, die einen Burnout entwickeln, fühlen sich häufig erschöpft, die Arbeit wird zur Qual oder macht keinen Sinn mehr. Oftmals werten sie ihr eigenes Verhalten ab. Laut Schmidt ist diese Spirale ein Ausdruck von Kompetenz. Dahinter steckt ein ausgereiftes Rückmeldesystem des Körpers, dass es so nicht weitergehen kann. Anstelle eines Defizits sollen die Betroffenen die Kompetenz des eigenen Körpers anerkennen. Burnout ist eine wertvolle Rückmeldung aus dem Unbewussten an die eigenen Bedürfnisse. 

 Mehr zum Thema Burnout-Prophylaxe in der dreiteiligen Ausbildung Stressmanagement Trainer/in. Start: 07.09.-11.09.2018 oder 22.02.-26.02.2019