gesund leben 05 / 2018

Achtsamkeit im Joballtag

Die Top 3 der Hauptbelastungen im Job sind zu viel Arbeit, Termindruck und häufige Störungen. Dies sind die Ergebnisse der von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben „Gesundheitsstudie“ 2016. Tag für Tag sind wir mit unterschiedlichsten Aufgaben im Berufsalltag konfrontiert. Ob Belastungen zu Überlastungen werden hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Mit Übungen aus der Achtsamkeitspraxis lassen sich viele Stressoren eindämmen. Achtsamkeitstraining hilft, tiefsitzende und unbewusste Reiz-Reaktionsmuster zu erkennen, zu stoppen und aufzulösen. Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum, den wir selbst beeinflussen können. Erkennen und verändern Sie Ihre gelernten Reaktionsmuster und handeln Sie situationsangemessener. Hier vier Übungen für den Joballtag.

Kleine Atemmeditation 
Nutzen Sie die Kraft des Tages. Bevor Sie morgens aufstehen und ihre Morgenroutine beginnen, halten Sie für einen Moment inne und machen Sie bewusst drei tiefe Atemzüge. Diese sorgen für einen klaren Geist und Konzentration. Versuchen Sie 7 Tage diese Übung jeden Morgen durchzuführen. Wenn es gut war, machen Sie weiter damit.

Musterunterbrechung 
Routinen helfen Energie zu sparen und sind verinnerlichte Handlungsmuster. Wenn Sie einen guten Tag haben, versuchen Sie, bewusst Dinge anders zu machen. Suchen Sie sich zunächst drei Dinge aus, die Sie für gewöhnlich verrichten ohne dabei nachzudenken. Zum Beispiel mit der anderen Hand Zähne zu putzen, das Telefon mit dem anderen Ohr anzunehmen oder die Tasse Kaffee aus der anderen Hand zu trinken. Führen Sie die Tätigkeit dabei bewusst und ruhig aus. Sie erkennen Ihre gewohnten Muster und finden es leichter Ihre Komfortzone zu verlassen und dabei offen für neue Ideen und Lösungen zu sein.

Achten Sie auf Ihren Fokus 
Es gibt Tätigkeiten und Menschen am Arbeitsplatz, die einem gut tun und andere, die einem die Energie rauben. Achten Sie darauf, wofür Sie sich entscheiden. Wenden Sie sich öfters und bewusst den Energieversorgern zu. Was tut Ihnen gut? Was nährt Sie? Was soll sich gerade nicht ändern? Halten Sie Ihre Erfahrungen in einem Erfolgs- oder Dankbarkeitstagebuch fest. Nicht immer sind schlechtgelaunte Vorgesetzte und pöbelnde Kunden zu vermeiden. Achtsamkeit hilft dabei diesen gegenüber eine gelassenere Haltung zu entwickeln. 

Achten Sie auf das Hier und Jetzt! 
Multitasking ist eine Illusion. Auch wenn wir gefühlt mehrere Sachen gleichzeitig erledigen, so erledigen wir sie nacheinander und unterbrechen dabei jedes Mal die bereits begonnene Tätigkeit. Dies erfordert ein hohes Maß an Konzentration und fördert das Stressempfinden. Das hat seinen Preis. Fehler schleichen sich schneller ein, was wiederum Stress erzeugt. Erhöhen Sie Ihre Präsenz. Achten Sie auf das Hier und Jetzt.

Nehmen Sie sich ein bis zwei Minuten Zeit und nehmen Sie ganz bewusst den Augenblick wahr. Setzen Sie sich aufrecht hin, schließen Sie Ihre Augen und nehmen Sie bewusst den Raum um sich wahr: Welche Geräusche gibt es? Von wo kommen diese? Was riechen Sie? Gibt es einen Geschmack im Mund? Welche Körperempfindungen haben Sie? Wie ist die Temperatur? Ist es kalt, warm, angenehm? Und wie ist dieses angenehm? Und was nehmen Sie noch wahr? Nehmen Sie zum Schluss einen tiefen Atemzug und kommen bewusst zu sich. Hiermit lernen Sie aktiv Ihre Reize wahrzunehmen und Sie entscheiden bewusst darauf zu reagieren. Dies erhöht Ihre Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit.

Sie möchten mehr zur Achtsamkeitspraxis in Beruf und Alltag erfahren und selbst anwenden können? Dann ist die Weiterbildung „AchtsamkeitsCoach“ genau richtig. Nächster Start: 27.03.-31.03.2019 oder 25.09.-29.09.2019

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Anti-Aging mit Ayurveda

Im Ayurveda ist dem Thema „Verjüngung und Langlebigkeit“ ein ganzes Fachgebiet gewidmet: das Rasayana. Unter Rasayana werden alle verjüngenden Maßnahmen der Ayurveda zusammengefasst, welche den Organismus stärken, erneuern und ein langes Leben verleihen sollen. Dazu gehören unter anderem aufbauende und vitalisierende Kräutermischungen, die das Immunsystem stärken und einen optimalen Stoffwechsel gewährleisten. Neben den Rasayanas aktiviert auch ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und Meditation die Telomerase und damit das Reverse-Aging-Programm des Körpers. Menschen, die sich einer Verjüngungstherapie unterziehen, werden nach der Lehre des Ayurveda frei von Krankheit sein, ein starkes Gedächtnis und ein leuchtendes Hautbild entwickeln sowie Langlebigkeit und Jugend erlangen. 

In mehreren Studien wurde der Mechanismus der Rasayana untersucht. Studien zeigten, dass die verjüngenden Maßnahmen den Organismus durch ihre stark antioxidative Wirkung vor oxidativem Stress schützen. Rasayana können die Aktivität des Enzyms Telomerase steigern k, welches in der Lage ist, die Telomere wieder zu verlängern. Telomere sind eine Art Schutzkappen auf den Chromosomen, die bei jedem Zellteilungsprozess etwas kürzer werden. Unterschreiten die Telomere eine gewisse Länge, kann die Zelle sich nicht mehr teilen und stirbt. Durch die Entdeckung der Telomerase konnte nachgewiesen werden, dass der Körper ein eigenes Reverse-Aging-Programm besitzt.  

Das Streben nach dem ewigen Leben besteht seit Anbeginn der Menschheit. Vom Wissensdurst inspiriert, versuchten Menschen bereits vor tausenden von Jahren, Alterungsprozesse zu verlangsamen, umzukehren oder aufzuheben. Auch heute sind dies drei Kerngebiete der modernen Anti-Aging Forschung. Neben der reinen Lebensdauer fokussieren sich Wissenschaftler außerdem auf den Erhalt einer optimalen Gesundheit. Diese Ansätze finden sich auch im Ayurveda, dem „Wissen vom Leben“. Ayurveda ist ein Naturheilkundesystem, welches bereits seit über 2.000 Jahren in Südasien praktiziert wird und zur traditionellen indischen Medizin (TIM) zählt. 

Ayurveda ist ein ganzheitliches Gesundheitskonzept aus Indien, welches verstärkt im westlichen Kulturkreis Interesse erfährt. Erfahren Sie mehr zur Ayurveda-Ernährungsphilosophie, Konstitutionen und ayurvedischen Diätlehre in der Weiterbildung Ayurveda-Ernährungsberater/in. 3-teilige Weiterbildung Start: 26.04.-30.04.2019 oder 06.11.-10.11.2019

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Weißdorn – Arzneipflanze des Jahres 2019

Weißdorn ist die Arzneipflanze des Jahres 2019. Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse wird seit vielen Jahrhunderten vor allem zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt. Wir haben Dr. Heidi Braunewell, Diplom Biologin und Dozentin der Weiterbildung Gesundheitsberaterin (IHK), zu Weißdorn befragt.

Wie wirkt Weißdorn im Körper? 
Dr. Heidi Braunewell (HB): Weißdorn hat ein breites Wirkspektrum und wirkt vor allem am Herzen. Es erweitert die Herzkranzgefäße. Dadurch kann es kräftiger schlagen.  Weißdorn unterstützt die Reizweiterleitung im Herzen, somit kann es ebenfalls kräftiger schlagen. Gleichzeitig wird die Abfolge der Herzschläge beeinflusst, so dass es auch gleichmäßiger schlägt. Klassisch wird die Arzneipflanze bei beginnender Herzleistungsschwäche, insbesondere bei beginnender Verengung der Herzkranzgefäße und bei Altersherz, angewendet. Die darin enthaltenen Wirkstoffe sind Flavonoide und Procyanidine.

Für wen ist Weißdorn geeignet? 
(HB) Ein besonderer Vorteil ist, dass Weißdorn keine Nebenwirkungen hat und keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beschrieben sind. Somit darf es zur längerfristigen Selbstbehandlung empfohlen werden. Weißdorn geht immer, auch nach einem Herzinfarkt. Auch bei schwer wiegenden Herzerkrankungen,  wie hochgradiger Herzinsuffizienz, verbessert Weißdorn die Lebensqualität. Gerne wird Weißdorn von älteren Menschen und Schwangeren genommen, die mit Weißdorn den Kreislauf unterstützen wollen. Auch Sportler profitieren von Weißdorn und verbessern damit ihre Performance. 

Wie kann man Weißdorn einnehmen?   
(HB) Möchte man Weißdorn unterstützend nehmen, empfiehlt sich ein Tonikum. Wenn es als Arzneimittel genutzt werden soll, dann als Heilpflanzensaft oder Arznei-Dragees, weil diese mit den Wirkstoffen wie Flavonoide und Procyanidine, entsprechend hoch dosiert sind. Für die Tee-Zubereitung empfehle ich einen Teelöffel voll Weißdornblättern mit Blüten mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergießen und nach etwa 10-20 Minuten durch ein Teesieb geben. 2 bis 3mal täglich eine Tasse trinken.

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Süßes schädigt die Darmflora

Zucker und Zuckeraustauschstoffe können zu Störungen der Mikrobiota im Darm führen. Die Zusammensetzung der Darmflora wird durch Umwelteinflüsse wie Ernährung und Medikamente beeinflusst. Durch Zucker und Zuckeraustauschstoffe kann es im Darm zu einer Dysbalance der Mikrobiota kommen, die das Immunsystem negativ beeinflussen kann. 

Bei hohem Zuckerkonsum können sich Krankheitserreger leicht im Darm vermehren. Zudem wird die Darmschleimhaut durch große Zuckermengen dünner und durchlässiger. Entzündungen und die konstante Erhöhung von Entzündungsmediatoren schädigen Zellen und Gewebe dauerhaft. 

Ein Krankheitserreger, der häufig zuckerbedingt den Darm infiziert, ist der Hefepilz Candida albicans. Zucker bietet die perfekte Nahrungsgrundlage für diesen Parasiten. So kommt es zu einer Überbesiedlung und Krankheitssymptomen wie Blähungen, Durchfällen, Verstopfungen und Juckreiz am Darmausgang. Auch Heißhungerattacken, Eisen- und Zinkmangel können Hinweise auf eine Candida-Infektion sein. 

Bei manchen Menschen kann Fruktose nicht richtig vom Dünndarm verstoffwechselt werden. Das führt dazu, dass dieser Einfachzucker in den Dickdarm gelangt, wo sich der Großteil der Darmmikroben befindet. Der Fruchtzucker wird von Bakterien im Darm vergoren und sorgt für Blähungen und Durchfall. Je mehr Fruchtzucker in den Darm gelangt, desto besser können sich die Darmbakterien vermehren. Dies verstärkt die Symptome. 

Nicht nur Zucker, sondern auch Süßstoffe wirken sich auf die Darmflora aus. Süßstoffe können zu Störungen des Glukosestoffwechsels führen. Kommt es so weit, dass die Glukose vom Körper nicht mehr richtig abgebaut werden kann, so kann das Wachstum bestimmter Bakterien zunehmen. Diese Bakterien begünstigen Übergewicht. Es kann also durchaus ein Trugschluss sein, Zucker durch Süßstoff auszutauschen, mit dem Ziel abnehmen zu wollen. Als mögliche Erklärung hierfür betrachten Wissenschaftler, dass die Bakterien vermutlich Einfluss auf Hormone nehmen, die das Essverhalten steuern. Eine Doppelblind-Studie stellte heraus, dass neben dem gestörten Glukosestoffwechsel noch ein anderer Faktor ursächlich für Veränderungen der Darmflora ist: Die Süßstoffe Acesulfam und Sucralose wirken antibiotisch. Antibiotika können sich negativ auf die Darmflora auswirken. Was eine Fehlbesiedelung begünstigt und damit Übergewicht und andere mit dem Darm assoziierte Beschwerden begünstigt. 

Die Darmflora wird auch Mikrobiota des Darms genannt. Die Gesamtheit des genetischen Materials der Mikrobiota bezeichnet man als Mikrobiom des Darms. Zu den Darmmikroben zählen Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen. Mehr dazu erfahren Sie in der Ausbildung Berater/in Darmgesundheit. Nächstes Seminar: 30.11.–03.12.2018 oder 17.02.-20.02.2019

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