Gesund Leben 06 / 2018

Wieviel Zimt darf es sein?

Zimt, das ist der Duft von Weihnachten - ob als Zimtplätzchen, Bratäpfel oder Glühwein - er verfeinert er Speisen und Getränke. Zimt ist mehr als nur ein Gewürz und hat auch gesundheitliche Wirkungen zum Beispiel bei Diabetes. So verbessert Zimt die Aufnahme der Glucose-Rezeptoren. Zucker kann besser in die Zelle gelangen. Es wird aber auch immer wieder vor Zimt gewarnt. Kann Zimt auch gesundheitsschädlich sein?

Zimt ist vor allem als Gewürz bekannt, welches vielfältig in der Küche einsetzbar ist. Verschiedene Studien zeigen, dass die Verwendung von Zimt positive Effekte auf den Körper hat. Zimt sorgt für eine bessere Insulinempfindlichkeit der Zellen. Glucose kann somit besser in die Zelle aufgenommen werden. Aufgrund dieser Eigenschaften auf den Kohlenhydratstoffwechsel wird der Konsum von Zimt besonders Diabetikern mit Typ 2 Diabetes empfohlen. Hier werden eine Messerspitze Zimt am Tag empfohlen.

Zudem trägt Zimt zu einer Senkung des Gesamtcholesterinspiegels und des Triglyceridspiegels im Blutserum bei. Eine Metaanalyse zeigte zusätzlich auch die Senkung des „schlechten“ LDL-Cholesterins und eine Erhöhung des „guten“ HDL-Cholesterins. 

Des Weiteren weist das Gewürz in Studien antioxidatives und inflammatorisches Potenzial im Körper auf. Das bedeutet, Zimt schützt den Körper vor oxidativem Stress und Entzündungen. Genaue Verzehrsempfehlungen können jedoch noch nicht gegeben werden, dafür sind weitere Studien notwendig. 

Der Verzehr von Zimt birgt allerdings auch Risiken. Zu hohe Aufnahmemengen von Zimt können sich nachteilig auf den Körper auswirken. Dies äußert sich häufig in gastrointestinalen Beschwerden, wie Sodbrennen, Übelkeit und Durchfall. Zudem enthält Zimt den Aromastoff Cumarin, welcher in Verdacht steht,  bereits in kleinen Mengen leberschädigend zu sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher, den cumarinarmen Ceylon-Zimt zu verwenden. Der Cassia-Zimt ist zwar etwas preisgünstiger, enthält aber dafür mehr des schädlichen Cumarins. 

Gerade in der Weihnachtszeit werden viele zimthaltige Lebensmittel verzehrt. In der EU gelten seit 2011 Cumarin-Höchstmengen von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Kleinkindern mit einem Gewicht von 15 Kilogramm entspricht die tolerierbare Dosis etwa 6 kleinen Zimtsternen (30 Gramm) oder 100 Gramm mit Zimt gewürzten Lebkuchen. Bei einer 65 kg schweren Person wären dies 26 kleine Zimtsterne (130 g) oder 433g Lebkuchen. Bleibt es beispielsweise zur Weihnachtszeit lediglich ein bis zwei Wochen lang bei einer Überschreitung der Höchstwerte, muss man sich laut Bundesinstitut für Risikobewertung keine Sorgen machen. 

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Entspannungseinheit für die Augen

Überarbeitung, Stress, stundenlange Bildschirmarbeit und schlechte Luft: Unsere Augen müssen viel mitmachen. Weltweit nehmen Fehlsichtigkeit zu. Durch gezielte und regelmäßige Übungen lässt sich die vorhandene Sehleistung stärken und verbessern und beugt auch Sehschwächen vor. Mit diesen Tipps sorgen Sie für schnelle Augenentspannung!

1. Lachen Sie: Lachen bringt Glanz in die "Fenster der Seele" und sorgt für positive Emotionen - was könnte schöner sein? Außerdem entspannt Lachen, genauso wie Gähnen, die Gesichts- und Augenmuskeln.

2. Palmieren: Diese einfache Übung beruhigt trockene und brennende Augen. Reiben Sie zunächst Ihre Hände aneinander, bis diese angenehm warm sind. Anschließend legen Sie die gewölbten Handteller vor die geschlossenen Augen. Lassen Sie Ihren Atem dabei frei fließen und gönnen Sie Ihren Augen ein paar Minuten lang die Dunkelheit.

3. Blinzeln: Bildschirmarbeit ohne Pause trocknet die Augen aus. Häufiges und bewusstes Blinzeln dagegen hilft die Augen zu befeuchten.

4. Fernblick: Vor dem Laptop muss sich Ihr Augenmuskel durch das monotone Sehen dauernd auf die gleiche Distanz scharf stellen. Dies kann zu Augenbrennen, Muskelverspannungen sowie Kopfschmerzen führen. Schauen Sie deshalb mehrmals am Tag mal in die Ferne aus dem Fenster, um Augenentspannung zu fördern.

5. Feuchtigkeit und Frischluft: Regelmäßiges Lüften sorgt für ein angenehmes Raumklima und Frischluft. Zudem empfehlen wir genug zu trinken, da Ihre Augen und Ihr Körper Flüssigkeit benötigen.

Erfahren Sie mehr zu ganzheitlichen Körperübungen zur Stärkung und zum Erhalt der Sehfähigkeit in der 3-teiligen Ausbildung: "Kursleiter/in Augenschule". Nächster Start: 07.03. - 10.03.2019 oder 22.11. - 25.11.2019

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Johanniskraut - Heilpflanze des Jahres 2019

Im Volksmund auch bekannt unter "Herrgottskraut" ist Johanniskraut eine vielseitig anwendbare Pflanze, sowohl innerlich als auch äußerlich. Wir haben Dr. Heidi Braunewell, Diplom Biologin und Dozentin der Weiterbildung Gesundheitsberater/in (IHK), zu Weißdorn befragt. Wie wirkt Johanniskraut im Körper? Was ist bei der Einnahme zu beachten? Und für wen ist Johanniskraut geeignet?

Wie wirkt Johanniskraut im Körper?

Dr. Heidi Braunewell (HB): So genau weiß man das noch immer nicht. Die Wirkung als MAO-Hemmer (Monoamino-Oxidase, baut u.a. Serotonin ab) scheint noch nicht ganz widerlegt. Wird Serotoinin langsamer abgebaut, wirkt es länger am synaptischen Spalt. Das hat eine Stimmungsaufhellung zur Folge.

Wie bekannt, aktiviert J. ein enzymatisches Entgiftungssystem in der Leber. Das führt bei hoch dosiertem, apothekenpflichtigen Johanniskraut zum Abbau von Medikamenten wie Marcumar oder Cyclosporinen. Aus der Naturheilkunde wissen wir, dass eine Anregung der Lebertätigkeit zu guter Laune und einer besseren Stimmungslage führt.

Ein dritter möglicher, wenig diskutierter Wirkmechanismus könnte sich aus der Tatsache ergeben, dass manche Menschen über eine erhöhte Empfindlichkeit der Augen bei Sonnenlicht berichten. Diese These wird durch die Beobachtung unterstützt, dass Sonne die Stimmungslage verbessert und die Tatsache, dass Lichttherapie gezielt bei Depressionen eingesetzt wird.

Seit alters her wird Johanniskraut bei unklaren Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Heute wird dieses Beschwerdebild oft miz „Reizdarmsyndrom“ gleichgesetzt. Auch hier spielt neuen Erkenntnissen zufolge die Reizleitung über Serotonin eine Rolle. Johanniskraut kann diese gestörte Reizleitung normalisieren und so zur Besserung der Beschwerden beitragen.

Als drittes Indikationsgebiet gilt die äußerliche Anwendung. Dazu wird aus blühendem Kraut ein Ölauszug hergestellt. Das so entstandene Rotöl dient der Wund- und Narbenpflege, kann Wundliegen (Dekubitus) vorbeugen und unterstützt bei wunden Brustwarzen. Wichtig hier: Das Öl nur kurz einwirken lassen.

Für wen ist Johanniskraut geeignet?

(HB): Für alle mit leichten depressiven Verstimmungen, bei Winterblues. Es soll sogar gegen Liebeskummer helfen. Für die innerliche Anwendung in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei kleinen Kindern liegen keine wissenschaftlichen Daten vor. Erfahrene Gynäkologinnen empfehlen Johanniskraut durchaus bei milden Formen der Wochenbett-Depression.

Unterstützend ist das Rotöl natürlich bei Reizdarm empfehlenswert, zusätzlich zu Artischocke, Kümmel und Pfefferminze. Rotöl können alle anwenden. Voraussetzung für jede Art der Anwendung ist, dass die Person auf Johanniskraut nicht allergisch reagiert.


Wie kann Johanniskraut eingenommen werden?

(HB): Will man eine Wirkung erzielen, sollte man auf ein Arzneimittel setzen. Das kann ein Tee sein, ein Dragee oder eine Kräutertablette. Manche Menschen berichten von einem Wirkungseintritt innerhalb weniger Tage, oft nach zwei bis maximal acht Wochen. Für die äußerliche Anwendung stehen derzeit als Kosmetika zugelassene Rotöl-Produkte zur Verfügung. Wichtig ist in diesem Fall, dass der Anbieter vertrauenswürdig ist.

Wie ist das mit Johanniskraut und Sonneneinstrahlung? Dieses viel und immer wieder diskutierte Thema ist aus wissenschaftlicher Sicht „vom Tisch“. Zwei Studien haben gezeigt, dass nur bei sehr hoher Dosierung und sehr hoher Sonneneinstrahlung Menschen mit heller Haut (nordischer Hauttyp) mit einem stärkeren Sonnenbrand rechnen müssen. Frei verkäufliches Johanniskraut hat keinerlei Nebenwirkungen, also auch keine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Es hat auch keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, so dass sich auch Anwenderinnen der „Pille“ und Marcumar-Patient/innen mit frei verkäuflichem Johanniskraut bei guter Laune halten können.

Erfahren Sie mehr zum Einsatz und zur Anwendung von Naturheilpflanzen in der 4-teiligen Weiterbildung "Gesundheitsberater/in (IHK)" (jetzt neues Konzept). Nächster Start: 29.03.-02.04.2019 oder 10.05.-14.05.2019

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